Infrarotkabine, Bio-Sauna oder finnische Sauna: Welche Wärme passt zu Ihnen?
90 Grad trocken, 60 Grad feucht oder 40 Grad Tiefenwärme: Drei Arten, sich zu wärmen, drei verschiedene Wirkungen. Der Vergleich, für wen was passt und wie sich alles in einer Kabine verbinden lässt.

Wer »Sauna« sagt, meint meist die finnische: 80 bis 100 Grad, trockene Luft, Aufguss, Abkühlen. Daneben haben sich zwei mildere Formen etabliert, die Bio-Sauna mit Dampf und die Infrarotkabine mit Strahlungswärme. Alle drei wärmen, aber auf verschiedene Weise, mit verschiedener Wirkung und verschiedenem Aufwand. Wir sortieren, damit Sie die richtige Wärme für sich finden. Und wir zeigen, warum die Frage »oder« oft die falsche ist.
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Finnische Sauna: Hitze, Aufguss, Abkühlung
Die klassische Sauna arbeitet mit 80 bis 100 Grad und niedriger Luftfeuchte von 10 bis 20 Prozent. Der Ofen heizt Steine, der Aufguss treibt die gefühlte Temperatur kurz in die Höhe. Der Körper reagiert mit starkem Schwitzen, die Haut wird gut durchblutet, der Kreislauf trainiert im Wechsel mit der Abkühlung. Das ist die Form mit der intensivsten Wirkung und dem klassischen Ritual: drei Gänge zu je 10 bis 15 Minuten, dazwischen kalt duschen und ruhen.
Sie passt zu allen, die Hitze mögen und gesund sind. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder in der Schwangerschaft sollten vorher mit dem Arzt sprechen.
Bio-Sauna: die milde Mitte
Die Bio-Sauna, auch Sanarium genannt, läuft bei 50 bis 65 Grad und 40 bis 60 Prozent Luftfeuchte. Ein Verdampfer am Ofen bringt Feuchtigkeit in die Kabine, oft mit Kräutern oder ätherischen Ölen. Das Klima ist weicher, die Belastung für den Kreislauf geringer, man bleibt länger in der Kabine: 20 bis 30 Minuten sind üblich. Die Bio-Sauna ist der Einstieg für Saunaneulinge, für Kinder und für alle, denen 90 Grad zu viel sind.
Technisch ist die Bio-Sauna keine eigene Kabine, sondern eine Betriebsart: Bei einer DEISL Sauna wird das Dampfsystem in die Kabine integriert, und die Steuerung schaltet zwischen finnisch und Bio um.
Infrarotkabine: Wärme von innen, ohne Aufheizen
Infrarot funktioniert anders. Die Strahler erwärmen nicht die Luft, sondern den Körper direkt, bei 35 bis 50 Grad Lufttemperatur. Vollspektrumstrahler decken kurz-, mittel- und langwellige Infrarotstrahlung ab und dringen einige Millimeter in die Haut ein; die Wärme entsteht im Gewebe. Die Kabine braucht keine Vorheizzeit, nach wenigen Minuten sitzt man in der Wärme. Das Schwitzen setzt langsamer ein, die Belastung ist gering, die Sitzung dauert 20 bis 30 Minuten.
Infrarot wird gern bei Verspannungen und Muskelkater genutzt und von Menschen, die Hitze schlecht vertragen. Es ist außerdem die sparsamste Form: Strahler mit 1,5 bis 2,5 Kilowatt laufen an einer normalen Steckdose, kein Ofen, keine Steine, keine Aufheizzeit.
Die drei im Vergleich
- Temperatur: Sauna 80 bis 100 Grad, Bio-Sauna 50 bis 65 Grad, Infrarot 35 bis 50 Grad
- Luftfeuchte: Sauna niedrig, Bio-Sauna mittel bis hoch, Infrarot wie im Raum
- Vorheizzeit: Sauna 30 bis 60 Minuten, Bio-Sauna ähnlich, Infrarot 5 bis 10 Minuten
- Dauer pro Gang: Sauna 10 bis 15 Minuten, Bio-Sauna 20 bis 30, Infrarot 20 bis 30
- Stromanschluss: Sauna und Bio-Sauna 400 Volt, Infrarot meist 230 Volt
- Wirkung: Sauna intensiv mit Kreislauftraining, Bio-Sauna sanft und entspannend, Infrarot Tiefenwärme für Muskeln und Rücken

Warum »oder« die falsche Frage ist
In der Praxis wollen Paare und Familien selten dasselbe. Einer liebt den 90-Grad-Aufguss, die andere möchte nach dem Sport 25 Minuten Tiefenwärme im Rücken. Deshalb baut DEISL Kombikabinen: eine Sauna mit integrierten Infrarot-Vollspektrumstrahlern und Dampfsystem. Montags Infrarot nach dem Laufen, freitags finnisch mit Freunden, sonntags Bio-Sauna mit den Kindern. Eine Kabine, drei Betriebsarten, gesteuert per Touchscreen oder App.
Die Kombination kostet mehr als eine reine Sauna, aber weniger als zwei Kabinen, und sie braucht nur einmal Platz. In der Planung nach Maß legen wir fest, wo die Strahler sitzen, damit sie den Rücken auf der Bank treffen, und wo der Verdampfer seinen Platz findet.
Was das für den Stromverbrauch heißt
Infrarot ist am sparsamsten, weil keine Luft aufgeheizt wird. Die Bio-Sauna liegt unter der finnischen, weil die Temperatur niedriger ist. Wer eine Kombikabine hat, sauniert unter der Woche günstig mit Infrarot und heizt am Wochenende voll auf. Mehr dazu in unserem Beitrag Sauna Stromverbrauch: Was ein Saunagang wirklich kostet.
Häufige Fragen
Ist Infrarot eine »echte« Sauna?
Nein, und das muss sie nicht sein. Infrarot ist eine eigene Anwendung mit eigener Wirkung. Wer den Aufguss und die Abkühlung liebt, wird mit Infrarot allein nicht glücklich; wer Rückenwärme sucht, umgekehrt nicht mit 90 Grad.
Kann ich Infrarot nachrüsten?
Bei einer Sauna nach Maß ja, am einfachsten, wenn es in der Planung vorgesehen wird. Strahler brauchen Platz in der Rückwand und einen eigenen Stromkreis.
Wie oft darf man in die Infrarotkabine?
Gesunde Menschen können täglich 20 bis 30 Minuten nutzen. Bei Erkrankungen gilt wie bei der Sauna: vorher mit dem Arzt sprechen.
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